Die Wählergemeinschaft GFL lud die Bundeskanzlerin zu einem kurzen Gedankenaustausch mit Baustoppbefürwortern des Trianel-Kohlekraftwerkvorhabens am 26.08.2010 in Lünen ein. Nun kam die enttäuschende Mitteilung vom Kanzleramt, dass dieses Treffen aus „zeitlichen Gründen“ nicht zustande kommen kann.

 

Damit ist es eindeutig: Unsere Kanzlerin wird nur mit Vertretern und Unterstützern des umweltschädlichen und volkswirtschaftlich unsinnigen Kohlekraftwerkvorhabens der Trianel sprechen. Zwecks Meinungsbildung wäre ein Gespräch sowohl mit Befürwortern als auch Gegnern des Kohlekraftwerks nur sinnvoll gewesen. Frau Dr. Angela Merkel ignoriert nachweislich die Befürworter eines Baustopps in Lünen. Dies ist gerade deshalb so enttäuschend, da es sich hierbei um den Großteil der Lüner Bevölkerung handelt und der Bau bis heute wegen stichhaltiger Argumente der Baustoppbefürworter und Umweltschützer immer noch keine Rechtssicherheit hat. Es droht in Lünen aus der Baustelle eine Investitionsruine zu werden. Ähnliches können wir bereits in Datteln verfolgen.

Der als meinungsbildende Informationsbesuch der Kanzlerin in Lünen wird somit zu einer reinen Schauveranstaltung und einseitigen Gesprächrunde mit Vertretern der umweltbelastenden Kohlekraftwerksindustrie.

Bekanntlich würde dieses achte Kohlekraftwerk im Umkreis von 30 km im Fall einer Inbetriebnahme überwiegend mit Kohle aus dem weit entfernten Kolumbien befeuert. Dabei gerät zu oft in Vergessenheit, unter welchen mehr als nur fragwürdigen und unsozialen Bedingungen diese kolumbianische Kohle gefördert und inwieweit die Kohleverbrennung die Lüner Umwelt stark belasten würde. Auch die von den Lobbyisten so hoch gelobten Wirkungsgrade des umweltschädlichen Kraftwerks von nur 45 % sind absolut unzureichend, da u. a. die Effizienzsteigerungsmöglichkeiten durch Kraftwärmekopplung nicht genutzt werden.

Machen wir uns aber nichts vor: Auch durch den Besuch der Kanzlerin wird das Trianel- Kohlekraftwerk mit seiner Technologie des letzten Jahrhunderts nicht umweltfreundlich und wirtschaftlich für die Lüner Bevölkerung.

 

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